Leitung Dr. Louis-David Finkeldei und Harald Schukraft
Wappenkartusche mit Rokoko-Ornamenten von 1751 am Portal des Schlosses von Montbéliard (Foto: Harald Schukraft)
Eine Entdeckungsreise in die einstige Grafschaft Mömpelgard
Die ehemalige Grafschaft Mömpelgard (Montbéliard) zählt zu den spannendsten, zugleich aber am wenigsten wahrgenommenen Kapiteln der württembergischen Geschichte.
Über vier Jahrhunderte gehörte dieses französischsprachige Territorium zum Herrschaftsbereich des Hauses Württemberg und bildete einen kulturellen, politischen und konfessionellen Grenz- und Brückenraum zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich. Hier begegnen sich zwei Welten, deren Wechselwirkungen bis heute kaum erforscht und noch seltener im Bewusstsein präsent sind. Montbéliard war Residenzstadt, reformatorisches Zentrum und ist Erinnerungsort bedeutender Persönlichkeiten. Renaissancearchitektur, protestantische Stadtkultur, höfische Repräsentation, ambitionierte Stadtplanungen und ländliche Siedlungsgründungen prägten eine Region, die heute nur wenige mit Württemberg in Verbindung bringen. Die dortige Hofkultur, das Zusammenspiel von Sprache, Religion und Politik sowie die engen dynastischen Verflechtungen mit Schwaben eröffnen überraschende Perspektiven auf die europäische Geschichte.
Die Studienreise erschließt diese Welt in ihrem historischen Zusammenhang. Städte, Schlösser, Wehr- und Sakralbauten, Museen und Landschaften des Mömpelgarder Landes lassen eine Seite des Heiligen Römischen Reiches sichtbar werden, die zwischen Frankreich, Schwaben und Burgund angesiedelt war. Der Bogen führt von römischen Spuren in Mandeure über mittelalterliche Kirchen in Saint-Hippolyte bis zu frühneuzeitlichen Bauprojekten wie dem Temple SaintMartin und zu den höfischen Repräsentationsorten der Württemberger Herzöge.
Wer das deutsch-französische Württemberg entdecken möchte, begegnet hier einem ebenso unbekannten wie faszinierenden Kapitel europäischer Kulturgeschichte – verankert im heutigen Ostfrankreich und doch eng verbunden mit dem politischen und kulturellen Erbe
Südwestdeutschlands.
1. Tag: Anreise. Belfort und Montbéliard
Fahrt über Freiburg und Mulhouse – Belfort (Halt an den Festungswerken mit Aufgang zur Aussichtsterrasse, Blick über die Stadt und die Burgundische Pforte) – Montbéliard (Stadtführung durch die historischen Viertel mit Hôtel de Franquemont, La Souaberie, Hôtel Sponeck, Rathaus, Maison des Princes, Hallenviertel und Fischstein). 3 Übernachtungen in Montbéliard.
2. Tag: Der Süden des Mömpelgarder Landes und die Kirche St. Martin
Mandeure (römisch Epomanduodurum, römisches Theater) – Saint-Hippolyte (Stiftskirche, ehemals Aufbewahrungsort des Grabtuches Jesu; Residenz der Grafen von La Roche) – Montbéliard (Temple Saint-Martin, Hauptwerk Heinrich Schickhardts; Musée Beurnier-Rossel zu Kunst und Geschichte des Pays de Montbéliard).
3. Tag: Der Norden des Mömpelgarder Landes und das Schloss Montbéliard
Héricourt (Schloss, Erinnerung an Johann Jakob Froberger und Herzogin Sibylla von Württemberg) – Étobon (Witwensitz von Henriette von Montbéliard) – Frédéric - Fontaine (Gründung Herzog Friedrichs von 1588: Ortsbild, Wappenstein und Brunnen) – Montbéliard (Schlossberg: Geschichte, Architektur, Pyramide, Schlossmuseum und Circuit historique).
4. Tag: Rückreise mit Halt in NeuBreisach und Freudenstadt
Neu-Breisach/Neuf-Brisach (Besichtigung der von Vauban errichteten Festung, Stadtführung) – Freudenstadt (Gründung Herzog Friedrich I. von Württemberg).
In Kooperation mit der Volkshochschule Herrenberg.
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof. Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie den Reiseunterlagen.