Leitung Prof. Dr. Matthias Morgenstern
Schrein der kabbalistische Lehrtafel in Bad Teinach – Ausschnitt (By Teinachtal-Touristik – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25427430)
Antonia von Württemberg und Johannes Kepler
Die kabbalistische Lerntafel der Prinzessin Antonia (1613–1679) ist als „achtes Weltwunder“ bezeichnet worden; zugleich wurde das Bild als „magisch“ und „gefährlich“ verdächtigt.
Der Bilderschrein in der Dreifaltigkeitskirche in Bad Teinach ist ein riesiges „Wimmelbild“ zur biblischen Geschichte, das von der pansophischen Natur- und Sternenkunde des 17. Jahrhunderts her zu verstehen ist. Kabbalistische Ideen der zehn „Wesenheiten“ Gottes verbinden sich mit Spekulationen zu Geheimnissen hebräischer Buchstaben und der Sternzeichen. Zu erkennen sind auch Spuren des umstrittenen Übergangs vom Julianischen zum Gregorianischen Kalender, den der in Weil der Stadt geborene Johannes Kepler (1571–1630) vorbereitet hatte. Kepler war nicht nur führender Astronom seiner Zeit; er hatte auch astrologische Vorstellungen und beschäftigte sich mit Horoskopen. Erinnerungsorte zu Phänomenen an der Grenze zum ÜbernatürlichOkkulten sind dann im nahegelegenen Möttlingen zu besichtigen: im ehemaligen Wohnhaus der Gottliebin Dittus, die Pfarrer Johann Christoph Blumhardt (1805– 1880) von ihrer Besessenheit heilte. Auf unserer Exkursion wollen wir auch die Frage stellen, was die Gedenkorte miteinander verbindet – und ob die Phänomene tatsächlich als „übernatürlich“, „okkult“ und „gefährlich“ zu verstehen sind.
Programm: Bad Teinach-Zavelstein (Dreifaltigkeitskirche, Erklärung der Lerntafel) – Weil der Stadt (Kepler-Museum) – Möttlingen (Gottliebin-Dittus-Haus; Blumhardt-Kirche).
Abfahrt: 8.30 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustieg: 7.30 Uhr Tübingen, Busbahnhof
