Leitung: Dr. Ulrich Knapp
Notre Dame in Paris von Süden (Von Madhurantakam - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5695351)
Die Anfänge der Gotik der Île-de-France.
Im April 2019 wurden der Dachreiter und die historischen Dachwerke der Kathedrale Notre-Dame in Paris durch ein Großfeuer zerstört. Nach Abschluss der Wieder herstellungsarbeiten ist die Pariser Kathedrale nun wieder für Besucher geöffnet.
Mit dem Bau der heutigen Kathedrale wurde um 1163 begonnen, im 12. und 13. Jh. wurde sie wiederholt erweitert und umgebaut. Ihr heutiges Erscheinungsbild ist wesentlich durch die Restaurierungsmaßnahmen des 19. Jh. geprägt. Sie gelten als Beginn der modernen Denkmalpflege in Frankreich. So kann an dem Bau nicht nur exemplarisch die Entwicklung der Hochgotik der Île-de-France, sondern auch die Entwicklung der modernen Denkmalpflege nachvollzogen werden. Die geborgenen Reste der in der Revolution von 1789 zerstörten Skulpturen von Notre-Dame werden im Musée de Cluny aufbewahrt. Neben Notre-Dame werden auf unserer Reise Kirchen und Klöster im Stadtraum Paris besichtigt, die Vorstufen zu der Kathedrale bilden oder die Weiterentwicklung des gotischen Stils dokumentieren. Die Abteikirche Saint-Denis bildet mit den unter Abt Suger (1081–1151) errichteten Bauteilen den Gründungsbau der Gotik. Im 13. Jh. wurde die Kirche im
Stil der reifen Hochgotik (1231–1282) teilweise erneuert, doch blieben mit dem richtungsweisenden Chorumgang und der Westturmgruppe bedeutende Teile des
Suger-Baus erhalten. Die Abteikirche war die bedeutendste Grablege der französischen Könige mit über 70 Grabdenkmälern. Eine Vorstufe zum Chorumgang von Saint-Denis bildet die Choranlage der ehemaligen Cluniazenser-Prioratskirche St-Martin-des-Champs (heute Technikmuseum). St-Germain-des-Prés ist eine der ältesten Abteien von Paris. Ihr Chorneubau wurde 1163 geweiht.
Die Sainte-Chapelle auf der Île-de-Cité wurde für König Ludwig IX. (reg. 1226– 1270) unmittelbar nach 1241 innerhalb kürzester Zeit als Aufbewahrungsort für die bedeutende Reliquie der Dornenkrone Christi, einer wichtigen Kreuzreliquie und weiterer Reliquien errichtet und 1248 geweiht. Sie kann als ein Höhepunkt der französischen Hochgotik bezeichnet werden. Auch die Sainte-Chapelle wurde im 19. Jh. umfassend restauriert. Architektur, Skulptur, Malerei und Glasmalerei bilden in dem Bau eine einzigartige Symbiose: Die ausgesuchten Farben der Malereien, die kostbare Vergoldung der Bildwerke,
die zierliche Durchsichtigkeit der rötlich schimmernden Fenster, die überaus schönen Altarverkleidungen, die wundertätigen Kräfte der heiligen Reliquien, die Zier der Schreine, die durch ihre Edelsteine funkelt, verleihen diesem Haus des Gebetes eine solche Übersteigerung des Schmucks, daß man beim Betreten glaubt, zum Himmel emporgerissen zu sein und in einen der schönsten Räume des Paradieses einzutreten“ (Jean de Jandun, 1323). Das Collège des Bernardins in unmittelbarer Nachbarschaft der Sorbonne war das Studienkolleg der Zisterzienser in Paris, von dem noch bedeutende Reste erhalten
sind.
1. Tag: Anreise mit der Bahn (TGV) von Stuttgart nach Paris – Hotelbezug – Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Saint-Denis (Innen- und Außenbesichtigung). 2 Übernachtungen in Paris (Nähe Gare de L’Est).
2. Tag: Notre-Dame (ausführliche Innen- und Außenbesichtigung) – Sainte-Chapelle (Innen- und Außenbesichtigung) – Saint-Martin-des-Champs (Außenbesichtigung).
3. Tag: Collège des Bernardins – Musée de Cluny – Saint-Germain-des-Prés (Außenbesichtigung). Rückfahrt mit TGV. Bitte beachten Sie: Aufgrund der großen Nachfrage ist für die Besichtigung der Kathedrale NotreDame mit Gruppen die Reservierung eines Zeitfensters vorgeschrieben. Bei Drucklegung dieser Programmbroschüre war dies für unseren Reisezeitraum noch nicht möglich. Deshalb steht diese Studienreise unter dem Vorbehalt, dass wir sie nur durchführen können, wenn uns ein Zeitfenster für Notre-Dame bestätigt wird. Die Tagesetappen werden dann ggf. umgestellt. In Kooperation mit der Volkshochschule Herrenberg.
Treffpunkt: Zwischen 8.30 und 8.45 Uhr Stuttgart-Hauptbahnhof (Rückkehr gegen 21.00 Uhr)
